Brauen

American Pale Ale (APA) – Rezept & Brauanleitung

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Ein sehr fruchtiges und wohlduftendes Bier mit tropischen Einschlägen. Dieses Rezept ist ausgelegt auf halbautomatische Brausysteme wie beispielsweise dem Brauheld(*) oder Mundschenk(*). Logisch kann man auch mit Kochtöpfen oder anderen Einkochern agieren.

Wie bei allen Pale Ale Sorten wird, wie es der Name schon sagt, helles Malz verwendet. In unserem Fall Pale Ale Malz und Karamellmalz. Um dem Wasser aus dem heimischen Hahn etwas unter die Arme zu greifen mischen wir ein wenig Sauermalz bei. Auch kommt bei uns etwas Rohfrucht mit ins Gebräu, sowie Haferflocken in die Maische. Dies sorgt für stabileren Schaum.

Da wir ein sehr fruchtiges Bier herstellen wollen, nehmen wir zwei bzw. drei verschiedene Hopfen. Kommt ganz darauf an ob ihr Hopfenstopfen wollt oder nicht. Außerdem eine Bierhefe mit fruchtigen Estern.

Zutatenliste American Pale Ale (APA)

Braumalz

  • Pale Ale Malz 4000 g
  • Cara Malz 225 g
  • Haferflocken 225 g
  • Sauermalz 50 g

Hopfen

  • Hüll Melon (6,6% Alpha): 35 g
  • Cascade (6,5% Alpha): 35 g
  • Comet (8,2% Alpha): 30 g

Wasser

  • Hauptguss: 23 Liter
  • Nachguss: 4 Liter

Hefe

Mangrove Jack’s Liberty Bell Yeast – M36

Brauanleitung

Wir haben das Rezept auf unserem Klarstein Brauheld (*) eingebraut und dafür optimiert. Es sollte also keine größeren Schwierigkeiten bereiten, das Rezept damit nachzubrauen.

Maischen

Das Brauwasser im Brauautomaten oder Topf auf 71 Grad Celsius erhitzen und die Schüttung (Malze und Flocken) hinzugeben. Dabei wird die Temperatur des Wassers auf ca. 64-68°C fallen. Diese Temperatur gilt es nun für 60 Minuten beizubehalten. Ist die Stunde abgelaufen geht es ans Abmaischen. Hierfür wird die Maische auf 78°C erhitzt und bei Erreichen die Hitze komplett weggenommen.

Läutern

Bei den halbautomatischen Systemen zieht man einfach den Läutereinsatz nach oben heraus und hängt diesen ein. Aber auch mit einem Sieb ist das Läutern nicht kompliziert. Einfach das Sieb auf einen großen Topf geben und nach und nach die Maische einfüllen. Anschließend einmal die zurückgebliebene Würze durch das Sieb mit der Maische geben und es sollte passen.

Der Nachguss sollte in beiden Varianten auf 78 °C erhitzt werden bevor dieser auch über die Maische zurück in den Topf wandert. Gebt dem Läutervorgang genügend Zeit, bis auch wirklich das ganze Wasser durchgesickert ist. Macht sinniger Weise einen Jodtest, um zu sehen ob auch wirklich der gesamte Zucker aus dem Malz gelöst wurde.

Würzekochen / Hopfenkochen

Die Würze die im Topf zurück bleibt, muss jetzt für insgesamt 80 Minuten leicht wallend gekocht werden. Dabei wird der Hopfen 30 Minuten, sowie 1 Minute vor Ende des Kochvorgangs beigefügt. Diese beiden Hopfengaben sind hauptsächlich für die Bitterkeit des Bieres zuständig. Während die dritte Hopfengabe – das Hopfenstopfen – für eine gewaltige Fruchtigkeit in Geruch und Geschmack sorgt. Diese ist jedoch optional. Auch ohne Hopfenstopfen bekommt ihr wunderbares herb-fruchtiges Bier.

Nochmal zur Sicherheit die beiden Hopfengaben während bzw. zum Ende des Kochvorgangs:

  • Huell Melon nach 50 Minuten (30 Minuten vor Kochende)
  • Cascade nach 79 Minuten (1 Minute vor Kochende)

Whirlpool

Nach Kochende, sobald sich die ausgeflockte Würze etwas beruhigt hat, erzeugen wir den sogenannten Whirlpool. Ihr versetzt dabei die Würze mit einem Braupaddel in Bewegung und erzeugt einen Strudel. Diesen überlässt man dann gut 15 Minuten sich selbst. Dabei setzten sich dann Hopfenreste und Eiweißflocken in der Mitte des Kochbehälters ab. Es bildet sich der Trubkegel. Dieser bleibt, zusammen mit etwas Würze, zurück im Kochbehälter. Jetzt füllt ihr die heiße Würze direkt ins Gärfass. Bitte versichert euch, dass dieser auch den heißen Temperaturen (85-90°C) standhält.

Gärung

Die Würze muss nun im Gärbehälter auf Zimmertemperatur abkühlen, also auf ca. 20 Grad. Ziel der Gärung ist es, dass Alkohol und Kohlensäure gebildet werden.

Hefegabe

Wir verwenden in unserem Fall Mangrove Jack’s Liberty Bell Yeast – M36. Diese erzeugt leicht fruchtige tropische Estern und spielt unserem Plan, ein wirklich stark aromatisches Bier zu erzeugen, in die Hände. Man kann die Hefe direkt über die abgekühlte Würze geben. Es empfiehlt sich allerdings, diese vorher schon in einem gereinigten und sterilisierten Glas mit etwas abgekochtem Wasser zu rehydrieren, um eine bestmögliche Gärung hinzubekommen. Einfach in ein wenig Wasser geben und nach 30 Minuten kurz durchschwenken. Jetzt könnt ihr die Hefe zur Würze gegeben.

Hopfenstopfen

Nach der Hauptgärung, welche in der Regel 2-3 Tage dauert, wird der Stopfhopfen in den Gärbehälter gegeben. In unserem Fall sind es 30 g Comet Hopfen (2018). Dieser zieht dann einige Tage durch, sodass die Würze ca. 7 – 10 Tage im Gärbehälter war. Es empfiehlt sich ab Tag 5 regelmäßig mit der Bierspindel zu testen, ob der Restextrakt stabil ist und seinen Wert nicht mehr verändert. Erst wenn sich dieser ein paar Tage nicht verändert hat ist die Hauptgärung abgeschlossen. Hier gibt es genauere Infos.

Ihr solltet Euch vorher überlegen wie ihr die Hopfenreste wieder aus der Würze entfernt. Entweder warten bis sich diese abgesetzt haben und durch einen Filter in einen weiteren Abfüllbehälter umschlauchen, oder eventuell in einem Filtersäckchen beigeben, welches wieder leicht entfernt werden kann. Das Jungbier sollte aber in keinem Fall zu stark geschüttelt, bewegt etc. werden. Geht so behutsam wie möglich vor, um nicht die bereits gebildete Kohlensäure zu verlieren. Dass Sauberkeit oberstes Gebot ist, muss nicht extra erwähnt werden.

ABFÜLLEN

Nach der Hautgärung wird nun endlich das Jungbier in die Flaschen abgefüllt. Auch hier nehmt ihr vor dem Abfüllen bitte eine Probe für die Alkoholbestimmung. Wichtig beim Abfüllen ist es, dass so wenig Sauerstoff wie möglich ins Bier kommt. Lasst es also lieber langsam und direkt vom Flaschenboden aus in die Flasche steigen. Den Schlauch zur Befüllung quasi einfach bis zum Flaschenboden schieben. Zum Erzeugen der Kohlensäure und des Alkohols benötigten unsere im Bier verbliebenen Hefepartikel etwas Zucker. In ein 0,5 Liter Flaschen füllt ihr einfach 3,2 g Haushaltszucker.

Da sich während der weiteren Reifung nochmals Druck durch die entstehende Kohlensäure aufbaut, sollten die Flaschen nicht bis zum Anschlag gefüllt sein. Es empfiehlt sich der Einsatz eines Flaschennanometers. Etwa zu 90 % ist hier ein guter Anhaltspunkt. Aber das kennt man ja von allen Bierflaschen die man bezieht. Daran könnt ihr euch orientieren.

Ihr solltet das Bier im Anschluss dunkel bei etwa 18 – 20 Grad lagern. Dies ist der ideale Temperaturbereich für unsere obergärige Hefe. Hier haben wir ein paar Etiketten zum Ausdrucken für euch erstellt… um alles abzurunden 

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