Brauen

Das erste mal zu Hause Bier brauen

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Zu Hause Bier brauen – Es ist Samstag, draußen ist es bewölkt und regnerisch, auch sonst steht nichts im Kalender. Völlig unverplant der ganze Samstagnachmittag? Perfekt! Ich rede mir ein, dass das schlechte Wetter super geeignet ist um nun endlich mein erstes selbstgebrautes Bier herzustellen. Aber natürlich hätte ich es auch bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein durchgezogen. Aber fürs Gewissen ist ein regnerischer Tag grandios!

So genug gelabert, es geht um Bier!

Die Vorbereitung

Nun ist es also soweit. Die Braubox wird geöffnet und das gesamte Zubehör bereit gelegt. Peinlich genau habe ich darauf geachtet, dass sämtliche Gegenstände die zum Brauen gebraucht werden blitzeblank gereinigt sind.

Als erstes wird ein Topf mit 4 Litern Wasser auf den Herd gestellt und auf 72 Grad erhitzt. Sobald die Temperatur erreicht ist, geht es los.

Zu Hause Bier brauen
Ergänztes Set. Nicht gleich der “Braubox”.

Das Maischen

Wie in der detaillierten Anleitung beschrieben geht es nun los mit dem Maischen. Doch was ist eigentlich das Maischen? Was bringt uns das und was wollen wir damit erreichen? Ganz einfach, wir wollen den Zucker aus dem Malz lösen, da dieser später von der Hefe zu Alkohol und natürlich in Kohlensäure verwandelt wird. Wir sind uns denke ich einig, dass Bier ohne diese beiden Bestandteile wohl eher kein Hochgenuss ist.

Und genau deshalb geht es jetzt los! Wir geben das Malz, welches bereits geschrotet mit in der Braubox geliefert wurde, in das 72 Grad warme Wasser. Dadurch fällt die Temperatur im Topf auf ca. 65 Grad. Doch das ist gut so! Wir wollen für die nächsten 60 Minuten eine Temperatur von 65 bis 69 Grad halten. Dafür messen wir regelmäßig die Temperatur im Topf und rühren die Maische häufig um. Dadurch erreichen wir eine bessere Verteilung der Temperatur im Kochtopf.

Nach einer Stunde wird die Maische noch einmal auf 78 Grad erhöht und dort für eine Minute gehalten, anschließend vom Herd gezogen. Dieser Vorgang wird “Abmaischen” genannt.

Das Läutern

Das Maischen ist vorbei, wir starten mit dem nächsten Schritt beim Bierbrauen: dem Läutern. Hier wird das Malz von der Flüßigkeit getrennt, also grob gesagt „herausgesiebt“. Außerdem wird der so dringend benötigte restliche Zucker aus dem Malz gespült.

Dafür wird mit einer Schöpfkelle das Malz in das mitgelieferte Sieb gegeben und in einen zweiten großen Kochtopf eingehängt. Jetzt wird zunächst die Würze aus dem Kochtopf 1 langsam über das Malz gegossen. Wir haben hier einfach den mitgelieferten Messbecher verwendet. Lasst die Flüssigkeit in Ruhe durchtropfen. Dabei wird Zucker aus der Maische gelöst. Im sogenannten „Nachguss“, der aus 3 Litern auf 78 Grad erhitztem Wasser besteht, wird nun erneut Zucker aus dem Malz gelöst. Auch diesen lasst Ihr langsam durch das Malz laufen.

Um auch wirklich den gesamten Zucker mitzunehmen, gießen wir das Ganze jetzt erneut von Kochtopf 2 durch das mit Malz gefüllte Sieb in den ersten Kochtopf. Damit haben wir das Läutern beendet und können weitermachen.

Das Hopfenkochen

Jetzt wird es aromatisch! Im nächsten Schritt, dem Hopfenkochen, fügen wir der Würze Bitterkeit und Aroma hinzu. Wir erhitzen die Würze und lassen diese für 60 Minuten leicht wallend kochen. Nach zehn Minuten geben wir den beigefügten Hopfen (4 g Magnum mit einer Alphasäure von 13,2 %) hinzu und lassen diesen die restlichen 50 Minuten mitkochen. Die Hopfenpellets lösen sich hierbei nahezu auf.

Jetzt müssen wir die Temperatur auf gut 25 Grad herunterkühlen um die Würze ins Gärgefäß und anschließend die Hefe hinzugeben zu können. Warum 25 Grad? Weil die Hefe keine zu heißen Temperaturen verträgt und wir nicht riskieren wollen, dass uns diese abstirbt.

Die Gärung

Zu Hause Bier brauen
Das Bier ist im Gärbehälter.

Es ist soweit – das Bier ist abgekühlt und kommt nun in den Glasbehälter zur Gärung. Diesen haben wir vorher mit dem beigefügten Reinigungsmittel sterilisiert. Alles was ihr nach dem Hopfenkochen verwendet und mit der Würze in Berührung kommt, muss wirklich richtig sauber sein! Ansonsten riskiert man eine Verunreinigung und das Bier wird eventuell sauer… oder was auch immer. Auf jeden Fall wird’s dann halt nix.

Füllt nun die Würze langsam durch den beigefügten Trichter und das Teesieb in den Glasbehälter. Das Sieb filtert noch vorhandene größere Malz- und Hopfenteilchen heraus.

Im Anschluss den Gärstopfen und den Gärspund (Gärspund mit ein wenig Reinigungslauge befüllen) auf den Glasballon und an einem dunklen 18 – 20 Grad warmen Ort für gut zehn Tage lagern.

Das Abfüllen

zu Hause Bier brauen - Flaschenreifung
Abgefüllt und fertig für die Flaschenreifung.

Endlich ist die lange Wartezeit vorbei und das Jungbier kann in die Flaschen zur weiteren Reifung abgefüllt werden. Es dauert dann weitere quälende drei Wochen bis das Bier endgültig fertig und bereit zum Verzehr ist.

Um das Bier in die Flaschen zu füllen verwenden wir einfach die mitgelieferte kleine Handpumpe. Diese versenken wir vorsichtig im Jungbier und pumpen es langsam in die sorgfältig ausgespülten Flaschen. Die Pumpe wurde vorher auch mit Reinigungslauge und etwas klarem Wasser gründlich gereinigt.

Mittels der Dosierhilfe kommt jetzt noch etwas Zucker in die kleinen Flaschen um durch die noch vorhandene Hefe mehr Kohlensäure erzeugen zu lassen. Der Zucker macht das Bier also nicht süß sondern spritzig.

Im Anschluss an die drei Wochen wird das Bier noch für 2 Tage im Kühlschrank gestellt um eine weitere Reifung zu unterbinden.

Zu Hause Bier brauen: Das Trinken

Er ist gekommen: der Moment in dem ich mein erstes selbst hergestelltes Bier verkosten kann. Skeptisch geht es zum Kühlschrank, die erste Flasche wird heraus genommen und ich gehe eigentlich davon aus, dass das jetzt sicherlich nicht funktioniert hat! Und dann… Zisch! Der Sound stimmt, der Kohlensäuregehalt scheint wunderbar, der Schaum steht.

Dann der erste Schluck… traumhaft! Ein wirklich feines Bier, das sich zugegeben eher auf der herberen Seite bewegt. Aber das mag ich. Und trinkt man es mit dem Stolz eines Hobbybraumeisters, kann es ohnehin kein besseres Bier geben! Experiment geglückt!

Es zischt und schmeckt!

Weitere Informationen zur verwendeten Braubox gibt es hier.

Ein Held schafft vieles, vieles aber auch nicht. So ist im bayrischen "Du Held" mit Scheitern und Blödsinn verbunden. "Brauheld.eu" soll also beides zeigen. Was funktioniert hat... und was nicht :)

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